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26.12.2011 21:55
Überwindung von religiösem Fanatismus
durch rationale Sinngebung menschlicher Kultur.

Das Zeitalter der Religionskriege sollte endlich überwunden werden. Die moderne Wissenschaft bietet genug Anhaltspunkte mit deren Hilfe es möglich sein sollte alle Glaubensdogmen zu überwinden und die Grundlagen für eine gerechtere und menschlichere Gesellschaft zu erarbeiten. Der Philosoph Dr. Michael Schmidt Salomon plädiert im Sinne der Aufklärung mit guten Argumenten für einen evolutionären Humanismus.   JWD  

Wenn es in unserem Land jemand verdient hat wegen herausragender Leistungen für eine gerechtere Gesellschaftstheorie gelobt zu werden, dann ist Dr. Michael Schmidt-Salomon aus Trier ganz vorne dabei. Sein Engagement ist für mich idealtypisch für eine gelungene Synthese von Altruismus und Eigennutz. Altruistisch deshalb, weil er nicht der Versuchung obliegt, seine außerordentlichen geistigen Fähigkeiten ausschließlich zum Wohle seiner Brieftasche anzuwenden, wie es viele vergleichbar populäre Intelligenzler bevorzugen.

Das zeigt sich auch daran, dass er sich auch für die Rechte mutmaßlich schwächerer Artgenossen sowie sonstiger Lebewesen einsetzt. Er gehört zu den wenigen Mutmachern, die die Vision für eine bessere und gerechtere zukünftige Welt aufrecht erhalten.

Aktuell dominieren Scharfmacher überall. Rechtspopulisten versuchen hinter der Maske der Kulturerhaltung die monotheistischen Religionen gegeneinander aufzuhetzen. Fundamentalisten haben weltweit Zulauf. Spätestens daran wird deutlich, dass wir kulturell das Mittelalter noch nicht überwunden haben. Im Gegenteil, eine kleine, über alles bestimmende Elite, scheint weltweit dabei zu sein neofeudale Verhältnisse herzustellen. Endsolidarisierung und Enddemokratisierung mittels Wirtschafts- und Medienmonopolen sind die Mittel. Dogmatische Religionen werden auch dieses mal, wie schon in der Vergangenheit, eine wichtige Rolle für die Disziplinierung der Menschen spielen sollen.

Eine Aktuelle Kostprobe für die Zuspitzung von Konflikten: ..Wie im Altertum könne es das treue Festhalten am Evangelium erfordern, dass man sein Leben opfern müsse, sagte Benedikt nach den Bombenanschlägen auf Katholiken mit mindestes 40 Toten in Nigeria. Wer aber auf seinem Glauben bis zuletzt beharre, werde gerettet.. [Quelle: RZ-Ticker 26.12.2011 12:50 Uhr ..hier]. Wie soll man sich das vorstellen, wenn beide Seiten sich so verhalten?

Benedikts Äußerung klingt nicht viel anders als die Hassreden einiger Islamisten, die den heiligen Krieg fordern und den Selbstmordattentäter das Paradies mit 7 Jungfrauen versprechen.

Um den religiös determinierten Ideologien im Sinne eines evolutionären Humanismus entgegen wirken zu können, ist die Arbeit der Aufklärer wie Schmidt Salomon immens  wichtig. Solange es religiösen Institutionen ermöglicht wird mittels ihrer Dogmen im Schutze und mit Unterstützung von Staaten Menschenmassen zu polarisieren und aufzuhetzen, solange wird Mord und Gewalt die Religionen begleiten.     

Auszug aus einer Schrift mit dem Titel: Auf dem Weg zu einer „Einheit des Wissens“? aus dem Jahr 2006:

„Nichts in der Biologie ergibt Sinn, außer man betrachtet es im Lichte der Evolution“. Dieser viel zitierte Satz des Genetikers und Evolutionsbiologen Theodosius Dobzhansky aus dem Jahre 1937 wurde in den letzten sieben Jahrzehnten auf eindrucksvolle Weise bestätigt. Die Evolutionstheorie ist – ein Faktum, das heute kaum ein ernstzunehmender Forscher noch bestreitet – die Grundlagentheorie der Biologie schlechthin.. MSS  [Ende Auszug]

Natürlich wurde von interessierter Seite, oder auch durch Fehlschüsse, die Evolutionstheorie verfälscht, missbraucht und/ oder verunglimpft und bekämpft.

Würden die Menschen allerdings nur einen Bruchteil jener Energie, die sie zur Rechtfertigung ihrer Glaubensdogmen aufwenden, zum Verstehen der Funktionsweise der Evolution einbringen, hätte Rassismus durch fehlinterpretierten Kulturismus und Biologismus keine Chance irrsinnige Lehren zu verbreiten.

[Auszug:] Es ist schlichtweg unsinnig, von bestimmten Körpereigenschaften wie der Hautfarbe auf andere Eigenschaften der Menschen (beispielsweise ihre intellektuellen Fähigkeiten) zu schließen. Zahlreiche wissenschaftliche Untersuchungen führten zu dem nicht unerwarteten Ergebnis, dass die genetischen und phänotypischen Unterschiede innerhalb einer sog. „Rasse“ größer sind als die Unterschiede zwischen den „Rassen“. MSS  [Ende Auszug]

Auszug zum DNA- Fundalismus: ..Wie schlecht das Konzept des genetischen Determinismus wissenschaftlich begründet ist, zeigen nicht zuletzt die Ergebnisse der modernen Molekularbiologie – und hier insbesondere die Erforschung der sog. „epigenetischen“ Prozesse. Mittlerweile wissen wir mehr über diese „Gen-Schalter“, die verantwortlich dafür sind, dass bestimmte Teile des genetischen Erbcodes ausgelesen werden und andere wiederum nicht.

Anders als der genetische Code, der in der Regel ein Leben lang unverändert bleibt, sind die epigenetischen Programme im höchsten Maße variabel. Sie erfüllen gewissermaßen eine Mittlerfunktion zwischen genetischer Anlage und äußerer Umwelt, indem sie hochsensibel auf die Signale reagieren, die vom Gehirn in Folge von Umwelteinflüssen und individuellen Erfahrungen ausgesendet werden.

Nimmt man diese Forschungsergebnisse zur Kenntnis, so ist es evident, dass die deterministische Vorstellung, Gene würden unbeeindruckt von äußeren Faktoren das Leben bestimmen, falsch ist. Richtig ist vielmehr: Gene steuern nicht nur den Organismus, sondern werden gleichzeitig von diesem auf der Basis lebensweltlicher Erfahrungen (kulturelle Faktoren!) gesteuert.

Wir sollten daher das Konzept des genetischen Determinismus, welches den eugenischen, DNA-fundamentalistischen Vorstellungen zugrunde liegt, aufgeben und uns stattdessen mit der alternativen Idee der „biologischen Potentialität“ anfreunden.. MSS
[Ende Auszug]

Anmerkung: Da scheinen ja die Milieutheoretiker der 70er und 80er Jahre gar nicht so falsch gelegen zu haben.


Link zur PDF- Datei: Auf dem Weg zu einer „Einheit des Wissens“? von Michael Schmidt Salomon  ..hier

Link zu einem informativen Video über Religionskritik mit MSS - Sternstunde Philosophie- [Schweizer Fernsehen SF 58 Min] ..hier


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