<< zurück | Home | JWD-Nachrichten | Teilen

26.10.2015 00:00
Das politische Testament Muammar al-Gaddafis
[...] In einem ersten Ausschnitt die düstere Prophezeiung, die der ehemalige libysche Anführer einige Monate vor seinem Tod in Bezug auf die Flüchtlingsströme nach Europa in einem offenen Brief schrieb. Diese wurde von der russischen Tageszeitung Zavtra im Mai 2011 publiziert. Anschließend hören Sie ungekürzt das sogenannte „Politische Testament Muammar al-Gaddafis“ – das er am 5. April 2011 verfasst hat. Beides erschien, nachdem am 19. März 2011 die Luftangriffe der NATO begonnen hatten und Libyen systematisch zerbombt wurde. [Quelle: kla.tv]  JWD



Quelle: kla.tv  |  24.10.2015

[Gaddafis Prophezeiung (2011)]:

    „Hört zu, Völker der NATO! Ihr bombardiert eine Mauer, die den Weg der afrikanischen Migration nach Europa und den Weg der Terroristen von al-Qaida versperrt hat. Diese Mauer war Libyen. Ihr Idioten reißt sie nieder, und ihr werdet in der Hölle schmoren für Tausende Migranten aus Afrika und weil ihr al-Qaida unterstützt habt. So wird es sein, und ich lüge nie. Und ich lüge auch jetzt nicht.“
Erinnerungen an mein Leben:

Oberst Muammar Gaddafi, der Führer der Revolution – 5. April 2011.
    Im Namen Allahs, des Wohltätigen, des Barmherzigen …

    Während 40 Jahren, oder waren es mehr, ich erinnere mich nicht, tat ich alles, um den Leuten Behausungen, Spitäler, Schulen und, wenn sie hungrig waren, Nahrung zu geben. In Bengasi machte ich sogar Agrarland aus der Wüste, ich setzte mich gegen die Angriffe von diesem Cowboy Reagan durch, als er meine adoptierte verwaiste Tochter tötete. Er hatte versucht, mich zu töten. Stattdessen tötete er dieses arme unschuldige Kind. Dann half ich meinen Brüdern und Schwestern in Afrika mit Geld für die Afrikanische Union.

    Ich tat alles, was ich konnte, um den Leuten zu helfen, das Konzept wahrer Demokratie zu verstehen, in der Volksausschüsse unser Land führen. Aber, wie mir gesagt wurde, war dies alles nicht genug. Sogar Menschen, die Häuser mit zehn Zimmern hatten, neue Anzüge und neue Möbel, waren niemals zufrieden. Selbstsüchtig wie sie waren, wollten sie mehr. Amerikanern und anderen Besuchern erzählten sie, dass sie „Demokratie“ und „Freiheit“ bräuchten, ohne zu erkennen, dass es sich dabei um ein Halsabschneider-System handelt, in dem der größte Hund den Rest auffrisst. Doch sie waren von diesen Worten verzaubert, ohne zu erkennen, dass es in Amerika keine kostenlose Medizin gab, keine kostenlosen Spitäler, keine kostenlosen Häuser, keine kostenlose Ausbildung und keine kostenlose Nahrung, von Leuten die bettelten abgesehen oder den langen Schlangen für einen Teller Suppe.

    Nein, was immer ich auch tat, für einige war es nie genug. Doch andere, die wussten, dass ich der Sohn von Gamal Abdel Nasser war, der einzige wahre arabische und muslimische Führer, den wir seit Saladin hatten. Als er den Suez-Kanal für sein Volk beanspruchte, so wie ich Libyen für mein Volk beanspruchte, waren es seine Fußspuren, denen ich zu folgen versuchte, um mein Volk vor Kolonialherrschaft zu schützen – vor Dieben, die von uns stehlen würden.

    Nun stehe ich unter dem Angriff der größten Macht in der Militärgeschichte. Mein kleiner afrikanischer Sohn Obama möchte mich töten, um unserem Land die Freiheit zu nehmen, um uns unsere kostenlosen Behausungen zu nehmen, unsere kostenlose Medizin, kostenlose Ausbildung, kostenlose Nahrung, um es durch Diebstahl im amerikanischen Stil zu ersetzen, der „Kapitalismus“ genannt wird. Doch alle von uns in der Dritten Welt wissen, was das bedeutet. Es bedeutet, dass Konzerne das Land führen, die Welt führen, und dass die Menschen leiden. Somit gibt es keine Alternative für mich. Ich muss meinen Platz einnehmen. Und wenn Allah es wünscht, werde ich sterben, indem ich seinem Pfad folge, jenem Pfad, der unser Land reich an Agrarland sowie mit Nahrung und Gesundheit gemacht hat, und uns sogar erlaubt, unseren afrikanischen und arabischen Brüdern zu helfen, indem sie hier mit uns arbeiteten, in der libyschen Volksrepublik.

    Es ist nicht mein Wunsch, zu sterben. Doch wenn es so weit kommen sollte, um dieses Land zu retten, mein Volk, all die Tausende, die meine Kinder sind, dann möge es geschehen.

    Soll dieses mein Testament, meine Stimme an die Welt sein, dass ich mich gegen die Kreuzzugsattacken der NATO erhoben habe, erhoben gegen Brutalität, erhoben gegen Verrat, erhoben gegen den Westen mit seinen kolonialistischen Ambitionen; und dass ich auf der Seite meiner afrikanischen Brüder stand, auf der Seite meiner arabischen und muslimischen Brüder wie eine Lichtsäule. Während andere sich Schlösser errichteten, lebte ich in einem bescheidenen Haus und in einem Zelt. Niemals habe ich meine Jugend in Sirte vergessen. Ich habe unser Volksvermögen nicht töricht verschwendet. Und so wie Saladin, unser Muslim-Führer, der Jerusalem für den Islam errettete, nahm ich wenig für mich selbst …

    Im Westen haben mich einige als „geisteskrank“ oder „verrückt“ bezeichnet, doch sie wissen die Wahrheit und lügen trotzdem weiter. Sie wissen, unser Land ist unabhängig und frei, nicht in der Zange der Kolonialisten, dass meine Vision, mein Pfad, verständlich ist und war und im Sinne meines Volkes. Und dass ich bis zu meinem letzten Atemzug kämpfen werde, um uns frei zu erhalten. Möge Allah der Allmächtige uns helfen, gläubig und frei zu bleiben.

    Oberst Muammar Gaddafi, 5. April 2011
Link zum vollständigen Skript der Sendung bei ' klagemauer.tv ' ..hier


Passend zum Thema:

24.10.2015 02:15
Die gezielte Vernichtung Libyens – ein Augenzeugenbericht 22.10.2015
Vorgestern am 20. Oktober 2015 jährte sich der 4. Todestag des ehemaligen Staatsoberhaupts von Libyen, Muammar al-Gaddafi. Auf der Flucht vor den NATO-Bombardierungen wurde Gaddafi von Rebellen brutal ermordet. Aus Videos seiner Festnahme geht hervor, dass Gaddafi vor seinem Tod misshandelt und verletzt wurde. Der Chefankläger des Internationalen Strafgerichtshofs in Den Haag geht davon aus, dass es sich bei Gaddafis Tod um ein Kriegsverbrechen handeln könnte. Die Ermittlungen würden jedoch von der neuen Regierung behindert. [Quelle: kla.tv]  JWD  ..weiterlesen


04.04.2015 18:30
Arabischer Bürgerkrieg
Damaskus (Syrien) - Thierry Meyssan greift hier ein Thema auf, das er bereits angesprochen hatte, und zeigt, dass die Völker der arabischen Welt, jenseits der Strategie der verschiedenen Staaten, jetzt in zwei Lager geteilt sind, die weder durch Klassenkonflikte noch durch den Widerstand gegen den Zionismus oder durch Religionskriege geprägt sind. Die Konfrontation, die mit der Bombardierung des Jemen durch Saudi-Arabien ausgeweitet wird, deckt eine gesellschaftliche Kluft auf, die niemand erwartet hat: zwei neue Lager entstehen rund um das Thema der Frauenrechte. [Quelle: voltairenet.org] JWD  ..weiterlesen


10.11.2011 23:55
Hurra, der Tyrann ist tot: So grausam war Gaddafi
schweizmagazin.ch - Freiheit obsiegt über die Tyrannei. So oder ähnliche werden die meisten Deutschen die revolutionären Ereignisse in Libyen beurteilt haben. Zumindest diejenigen, die keinen besonderen Bezug zu Land und Leute hatten und lediglich eher beiläufig über die Massenmedien einige Informationen mitbekommen haben.  JWD  ..mehr

<< zurück | Home |