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23.11.2016  00:00
Michael T. Flynn und der Islam
Der kommende Berater für die nationale Sicherheit der Vereinigten Staaten, General Michael T. Flynn, wurde einst als einer der brillantesten Nachrichten-Offiziere seiner Generation gefeiert, und dann als Islamhasser und Folterer ausgebuht. In der letzten Zeit hat er sich gegen Präsident Barack Obama aufgelehnt und folgt seither dem Kandidaten Donald Trump.  [Quelle: voltairenet.org]  JWD 

Von Thierry Meyssan  |  Voltaire Netzwerk  |  Damaskus (Syrien) | 22. November 2016

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Quelle:  voltairenet.org (verlinkt)

Letztes Jahr wurde General Flynn zum Jahrestag des internationalen Fernsehsenders "Russia Today" eingeladen. Seine Teilnahme wurde von dem Weißen Haus heftig kritisiert, für das dieser Sender ein "Propagandaorgan von Wladimir Putin"(sic) ist.

Mit viel bösem Willen beschreibt die Clinton‘sche Presse Michael T. Flynn, den nächsten Sicherheitsberater der Vereinigten Staaten, als Islamhasser und Unterstützer der Folter. Was ist daran eigentlich wahr?

 
Flynn, Michael T. | Quelle:  voltairenet.org (verlinkt)
Als Katholik irischer Abstammung bedeutet ihm die Stabilität seiner Familie viel. Sehr sportlich, praktiziert er Mannschaftssportarten und Einzelsportarten, aber zieht Bewegungs-Sport (Wasserball, Surfen) den Kraftsportarten vor.

Als einer der brillantesten Nachrichten-Offiziere seiner Generation - er befahl die Agentur des militärischen Nachrichtendienstes (DIA) von Juli 2012 bis August 2014-, hat er die Arbeitsmethoden seines Dienstes in Frage gestellt. Ihm zufolge hat die systematische Verwendung von anspruchsvollen Spionage-Geräten nicht die Qualität der menschlichen Forschung. Und die Tendenz, Berichte zu erstatten in Form von gut bebilderter Präsentation, ist für komplexe Situationen nicht unbedingt geeignet. Besser eine geschriebene Analyse als wunderschöne Bilder und Fotos. Schließlich hängt die Qualität der Informationen von der Konfrontation mit jenen anderer Analysten ab. Im Gegensatz zu den amerikanischen Gewohnheiten ist es daher sehr wichtig zusammenzuarbeiten und mit anderen Diensten des Landes und von verbündeten Nationen auszutauschen. Letzten Endes sind das alles sehr klassische Stellungnahmen, aber in völligem Widerspruch zu den Sitten und Gebräuchen seines Landes.

Was den Dschihadismus betrifft, den er fünfzehn Jahre lang intensiv studiert hat, kam er zu dem Schluss, dass der Islamismus nichts mit Religion zu tun hat, auch wenn er den Wortschatz und die Zitate des Koran verwendet. Der Islamismus ist ausschließlich eine politische Ideologie. Problematischer, aber ebenso wahr, behauptet er, dass die von einem Teil der muslimischen Bevölkerung den Dschihadisten erteilte Unterstützung ihre Wurzeln im Islam selbst habe. Wenn er auch keine Stellungnahme zur muslimischen Religion zum Ausdruck gebracht hatte, hat er Professor Gabriel Sawma, libanesischen Ursprungs, in das Team von Donald Trump geholt. Letzterer ist der Autor eines Buches über die syrischen Ursprünge des Korans, die ihn zu einer sehr toleranten Auslegung des Islam führt.

Die Auseinandersetzung zwischen Michael Flynn auf der einen Seite und Hillary Clinton und Barack Obama auf der anderen, datiert vom August 2012, während der Verteilung eines geheimen Memos über die Dschihadisten in der Levante. In dem Teil des Dokuments, das freigegeben wurde, bemerkte er, dass sie gegen die Arabische Republik Syrien im Krieg stünden und von Stammes-Leuten, die beiderseits der Syrisch/Irakischen Grenze leben, unterstützt würden. Diese Situation könnte sie dazu führen, ein Emirat im Nordosten Syriens zu erstellen, was den strategischen Interessen ihrer Sponsoren, Saudi-Arabien, Katar und der Türkei entsprechen würde. Er erklärte, dass er dieses Dokument - kurz nach dem durch Frankreich erneuten Beginn des Krieges gegen Syrien - geschrieben habe, um zu versuchen, die Unterstützung der Obama-Regierung bei der Schaffung von Daesch zu verhindern.

Über Folter erklärte er wiederholt, dass seine eigenen Aussagen nicht als eine Ermutigung für die Generalisierung verstanden werden dürften. Wenn er auch die Dschihadisten bekämpft, weil sie foltern und töten, ist es wichtig dass sie wissen, dass er seine Waffen-Kameraden die gefoltert haben nicht im Stich lassen wird, und, dass er nicht zögern wird, sie auch zu foltern und zu töten falls erforderlich. Aber das ist nicht seine Absicht und in Afghanistan ist er gegen diese Praxis auch vorgegangen.

Autor: Thierry Meyssan  |  Übersetzung: Horst Frohlich

Thierry Meyssan: Französischer Intellektueller, Präsident und Gründer des Réseau Voltaire und der Konferenz Axis for Peace. Er veröffentlicht Analysen über ausländische Politik in der arabischen, latein-amerikanischen und russischen Presse. Letztes, auf Französisch veröffentlichte Werk : L’Effroyable imposture : Tome 2, Manipulations et désinformations (hg. JP Bertand, 2007).

Dieser Beitrag ist unter Lizenz der Creative Commons (CC BY-NC-ND)

Link zum Originaltext bei ' voltairenet.org ' ..hier

 
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