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22.01.2016 04:00
Weltwirtschaftsforum in Davos:
Außer Spesen nicht gewesen?

Erhabenes Geschwafel tagsüber und glamouröse Partys in der Nacht. Vom 20. bis 23. Januar treffen sich Hochadel, Vertreter der Politik, sowie der weltgrößten Unternehmen zum Stelldichein im schweizerischen Davos, um vorgeblich die Welt zu retten. Was Konkretes kommt vermutlich auch dieses mal nicht dabei heraus. JWD



Klaus Schwab, Gründer und Präsident des World Economic Forum

Copyright: | swiss-image.ch | Photo by Remy Steinegger - ..hier &..hier  |  CC BY-SA 2.0,

Der Südkurier meldet:

    [...] Kosten: Laut WEF 32 Millionen Euro – statistisch gesehen 12 800 Euro pro Teilnehmer. Dabei zahlen die meisten Gäste Anreise und Unterkunft selbst. Die Kosten für den Sicherheitsaufwand dürften enorm sein, werden aber geheim gehalten.

    Finanzierung: Dem Weltwirtschaftsforum gehören 1000 der weltgrößten Unternehmen an. Der WEF-Jahresbeitrag liegt – je nach Firmengröße und Umfang der Beteiligung – zwischen 50 000 und 500 000 Schweizer Franken (458 000 Euro).

    Sicherheit: 1000 Polizisten und 3000 Soldaten sind im Einsatz, 2000 weitere in Reserve. Kampfjets sichern den gesperrten Luftraum, am Boden Flugabwehrwaffen, Straßensperren und Sicherheitsschleusen.

    Davoser Nächte: Gut ein Dutzend Partys pro Nacht, die begehrtesten mit Vertretern des Hochadels und Hollywoods. Gastronomen haben den Gesamtumsatz voriges Jahr auf 35 Millionen Euro geschätzt. [Quelle: Südkurier]

21.01.2016 [Quelle: flassbeck-economics.de]
Davos: Warum nur totales Wegschauen angemessen ist
Manche Leser fragen, ob wir etwas zum sogenannten Weltwirtschaftsforum in Davos machen. Die Antwort ist eindeutig: Nein.

Wir verweisen, was wir im vergangenen Jahr zu dem Thema gesagt haben, es gilt noch immer und wird auch noch viele Jahre gelten.

23.01.2014 [Quelle: flassbeck-economics.de / Heiner Flassbeck]
Wieder versucht der Davos-Mensch,
die Welt zu retten – oder doch nicht?

Davos bzw. das, was die Zeitungen darüber schreiben, ist vermutlich das größte Missverständnis der Welt. Jedes Jahr auf’s Neue schreiben sich viele hundert Journalisten die Finger wund über das, was in dem kleinen Bergdorf passiert. Und sie tun so, als sei das doch alles ganz ernst und gewichtig, als könne von dort eine Botschaft ausgehen, die alles etwas besser oder wenigstens klarer macht. Ist das große Spektakel vorbei, wundert sich mancher vielleicht insgeheim, dass wieder so wenig herauskam, aber immerhin, denkt man, war es doch wichtig, dass sich so viele wichtige Menschen getroffen und miteinander geredet haben.

Dass viele Berichterstatter tatsächlich so denken, davon bin ich überzeugt, weil es ja eigentlich nicht sein kann, dass sich so viele bedeutende Personen in einem Bergdorf treffen, ohne dass irgendetwas daraus folgt. Allerdings sitzen alle, die glauben, es gäbe auch nur so etwas wie den Versuch, einen Schritt weiterzukommen, einem fundamentalen Irrtum auf. Sie haben nicht verstanden, was die globale Aufgabe des World Economic Forum (WEF) ist, das diese große Show (und viele andere) veranstaltet, und warum von der Wirtschaft dafür so viele Millionen bereitwillig zur Verfügung gestellt werden.

Ich habe selbst einige Male versucht, auf Einladung des WEF „die Welt zu retten“, indem ich mich überreden ließ, bei dieser oder jener globalen Aktion mitzumachen. Da werden dann ein paar hundert Leute per Business Klasse rund um die Welt verfrachtet, um sich ein Wochenende lang scheinbar den Kopf darüber zu zerbrechen, wie bestimmte Probleme zu lösen sind. Es werden stundenlange brainstormings gemacht und Papiere verfasst, die dann in ein großes Konzept einfließen sollen, das den Politikern zur Verfügung gestellt wird. Dieses Konzept aber entsteht nie. Das WEF fürchtet nichts mehr als konkrete Konzepte. Wer sich bemüht, wie ich das versucht habe, einige inhaltliche Punkte in die Papiere einzubringen, wird sofort abgeblockt. Es muss alles im Ungefähren, im Schwammigen bleiben. Die Meetings des WEF und vermutlich seine gesamte Arbeit haben nur den Zweck, der Öffentlichkeit vorzuspielen, dass es die sich um alles kümmernden CEO’s (Vorstandsvorsitzenden) und die ernsthaft mit ihnen kommunizierenden Politiker gibt.

So gibt es nur eine Botschaft, die in Wirklichkeit in diesen Tagen (wie in allen Jahren zuvor) von Davos ausgeht und die heißt: „Keine Sorge, die Großen dieser Welt aus der Wirtschaft und der Politik sind zu jeder Anstrengung bereit, um die anstehenden Probleme zu lösen, sie nehmen sogar die anstrengende Reise in ein kleines Bergdorf auf sich, nur um der Menschheit zu helfen.“ Wenn diese Botschaft dann von den unzähligen Journalisten in alle Welt verbreitet wird, freuen sich die Großen in Davos, feiern ein paar schöne Partys und fahren ein paar Tage Ski, immer in der Gewissheit, dass sie denen da unten wieder Mut gemacht haben, ein Jahr lang zu malochen ohne aufzumucken.

Link zum Originaltext bei ' flassbeck-economics.de ' ..hier

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